Akustikstoff: Ein einfacher Leitfaden
„Akustikstoff“ ist wahrscheinlich der irreführendste Begriff der Branche. Ein Stoff allein dämpft so gut wie gar nichts. Was den Lärm reduziert, ist ein zusammengesetzter Verbund – und der Unterschied zwischen beiden lässt sich anhand einer einzigen Größe ablesen, die fast niemand korrekt angibt.
Die Falle des Flächengewichts
Schlagen Sie ein beliebiges Produktblatt für „schalldämmende“ Vorhänge auf: Dort finden Sie häufig Angaben zum Flächengewicht, meist zwischen 300 und 500 g/m², das als Garant für die Leistungsfähigkeit angepriesen wird.
Diese Zahl bezieht sich ausschließlich auf den Stoff selbst. Sie sagt nichts über den fertigen Vorhang aus: Futter, Zwischenlagen, Membran, Verarbeitung, Säume. Das ist so, als würde man die Dämmung einer Wand anhand des Gewichts der Tapete beurteilen.
Die entscheidende Größe ist das Flächengewicht des fertigen Vorhangs, ausgedrückt in kg/m². Als Anhaltspunkt: Der 4-lagige Verbund „ Cotton Silence “ wiegt etwa 1,35 kg/m² – das entspricht dem drei- bis vierfachen Flächengewicht eines dicken Dekostoffs.
Bevor Sie zwei Produkte vergleichen, stellen Sie daher eine einzige Frage: Handelt es sich um das Gewicht des fertig montierten Vorhangs oder um das des Stoffes? Ein Verkäufer, der diese Frage nicht beantworten kann , kennt sein Produkt nicht.
Das Gesetz der Masse, in einem Satz
In der Akustik gilt: Bei gleicher Bauweise dämpft ein Material den durchdringenden Schall umso stärker, je schwerer es ist. Das ist ein physikalisches Prinzip und kein Verkaufsargument.
Das erklärt, warum ein Vorhang, selbst wenn er optisch sehr dicht wirkt, keinen messbaren Einfluss auf den Straßenlärm hat: Er verfügt schlichtweg nicht über die erforderliche Masse. Und warum ein hochwertiger „ Schallschutzvorhang “ immer schwer zu handhaben ist.
Doch Masse allein reicht nicht aus. Ein schweres, homogenes Material verhält sich weniger gut als ein Aufbau aus Schichten unterschiedlicher Dichte, der die Ausbreitung der Welle stört. Genau darin liegt der Sinn von Mehrschichtkonstruktionen.
Absorption oder Dämpfung: zwei Gewebe, zwei Fachgebiete
Ein Stoff kann für zwei gegensätzliche Zwecke entworfen werden, und die daraus hergestellten Produkte sehen nicht gleich aus.
| Absorbierendes Gewebe | Schwächekomplex | |
|---|---|---|
| Ziel | Den Hall im Raum reduzieren | Den eindringenden Lärm reduzieren |
| Aufbau | Offen, porös, luftdurchlässig | Dicht, geschlossen, vielschichtig |
| Masse | Oft leicht | Hoch, unverzichtbar |
| Norm | ISO 354 | ISO 10140-2 |
Ein poröses Gewebe lässt Luft durch – und was Luft durchlässt, lässt auch Schall durch. Diese beiden Eigenschaften stehen teilweise im Widerspruch zueinander, weshalb ein und dasselbe Produkt selten in beiden Bereichen hervorragende Eigenschaften aufweist.
Die Einzelheiten zu dieser Auszeichnung: Akustikvorhang oder Schallschutzvorhang ?
Was der sichtbare Stoff tatsächlich bewirkt
Die Vorderseite, die Sie sehen, erfüllt keine akustische Funktion. Sie sorgt für den Fall, den Sitz, die Lichtbeständigkeit und die harmonische Einbindung in die Einrichtung – und genau darauf kommt es an, denn ein technischer Vorhang, den man nicht geschlossen halten möchte, ist nutzlos.
Sie berücksichtigt auch Kriterien, die zwar nicht akustischer Natur sind, aber für die Nutzung entscheidend sind: die Brandschutzklasse, die in Hotels und öffentlich zugänglichen Einrichtungen vorgeschrieben ist, sowie die Schadstofffreiheit.
Der Vorhang „ Cotton Silence “ ist als M1 eingestuft und nach dem Öko-Tex® Standard 100 zertifiziert. Das sind praktische Anforderungen, keine dekorativen Argumente.
Warum wir die Zusammensetzung nicht veröffentlichen
Auf dieser Website finden Sie keine detaillierten Informationen zu den „ Cotton Silence “-Windeln. Das ist eine bewusste Entscheidung: Die Konstruktion ist durch ein europäisches Patent (EP 3 440 965) geschützt, und eine Veröffentlichung würde das Nachahmen erleichtern.
Stattdessen veröffentlichen wir, was überprüfbar ist: das Labor, die Norm, die Berichtsnummer und die Ergebnisse. Der 4-Schicht-Verbund wurde von Daidalos Peutz (BELAC-/ISO 17025-akkreditiert) gemäß NBN EN ISO 10140-2:2010 gemessen: Rw (C; Ctr) = 14 (−1; −3) dB, maximale Dämpfung 28,2 dB bei 5 000 Hz*. Bericht Nr. A-2020LAB-060-I766-44092_E, auf Anfrage erhältlich.
Ein Patent und ein Prüfbericht sind rechtswirksam. Eine Stoffliste ist es nicht.
Der Stoff ist nicht alles: Auf das System kommt es an
Selbst das beste System verliert den Großteil seiner Wirkung, wenn es falsch dimensioniert ist. Der Schall umgeht den Stoff an den Seiten, wenn der Überstand nicht ausreicht, dringt darüber hinweg, wenn der Vorhang den Rollladenkasten nicht abdeckt, und verliert an Wirksamkeit, wenn der Vorhang direkt an der Scheibe anliegt.
Deshalb ist es ein Denkfehler, in „Gewebe“-Kategorien zu denken. Was funktioniert, ist ein System: Komplexität + Abmessungen + Führungsschiene + umlaufende Abdichtung.
Häufig gestellte Fragen
Reicht ein dicker Stoff aus, um den Lärm zu dämpfen?
Nein. Die Dicke sagt weder etwas über die Masse noch über die Struktur aus. Ein dickes, aber poröses Gewebe lässt Luft und somit auch Schall durch.
Welches Gewicht sollte man bei einem „ Schallschutzvorhang “ anstreben?
Es gibt keinen gesetzlich festgelegten Grenzwert. Als nützlicher Anhaltspunkt dient der Vergleich der Masse der fertigen Vorhänge in kg/m² untereinander, wobei eher ein Prüfbericht als ein einzelner Wert verlangt werden sollte.
Ist Samt ein guter akustischer Stoff?
Samt verfügt über gute schallabsorbierende Eigenschaften und verbessert den Hörkomfort in einem Raum. Bei Geräuschen von außen ist seine Wirkung jedoch begrenzt, wenn dahinter keine dichte Wand steht.
Warum wird die Besetzung nicht veröffentlicht?
Weil die Konstruktion patentiert ist. Als Nachweise dienen das Patent, der Laborbericht und das Gewicht des fertigen Vorhangs – allesamt überprüfbare und rechtsverbindliche Elemente.
Akustikvorhang -Modell nach Maß ansehen Cotton Silence Zur Technologie Die Nachweise lesen
*Maximale Schalldämmung von 28,2 dB, gemessen im akkreditierten Labor Daidalos Peutz (Prüfbericht Nr. A-2020LAB-060-I766-44092_E) gemäß der Norm NBN EN ISO 10140-2:2010 im Hochfrequenzbereich (5.000 Hz). Gesamtdämmwert Rw (C; Ctr) = 14 (−1; −3) dB. Die tatsächliche Dämmung hängt von der Umgebung, der Montage, der Abdichtung um die Öffnung herum und der Raumaufteilung ab.